Whiplash Test mountainbike rider Magazin

Vorab: "Wer ein super funktionierendes Freeride-Bike sucht, mit dem man auch problemlos bis zum Trail fahren kann, der ist mit dem Fusion bestens bedient"

Stephan Peters - mountainbike rider Tester und Redakteur

 

Mitte November wurde uns das Privileg zuteil, In nach Südfrankreich zu reiseni um dort das wieder belebte Fusion „Whiplash" auf die Probe zu stellen« Fusion

war drei Jahre lang nahezu vom Markt verschwunden, was daraus resultierten dass jede Menge Kettenstreben an den außerordentlich gut funktionierenden Fusion

Bikes gebrochen waren. Nach drei Jahren kommt die Marke aus dem hessischen Rodgau nun mit demselben, aber weiterentwickelten Line-up wieder auf den Markt

zurück.

 

Die Anreise verlief problemlos: mit dem Flieger von Düsseldorf nach Nizza und dann noch eine halbe Stunde mit dem Auto in Richtung Cannes. Da es als Bike-Region

nicht unbedingt bekannt ist, hatten wir keine Ahnung,was uns auf den Trails rund um Cannes erwarten sollte, dem entsprechend gespannt waren wir. Am ersten Tag

des Fusion-Pressecamps stand nach dem Frühstück zunächst das Auswählen der Bikes an und schon konnte es losgehen. Komisch und so gar nicht pressecamp-

typisch war, dass wir die einzigen Medienvertreter waren. Es sollte also genug Zeit zum Fahren und Testen bleiben. Unser Guide wollte uns zunächst ein paar Shuttle-

Runs zeigen. Keine schlechte Idee am Morgen! Also ging es auf einer kurvigen Straße bis nach ganz oben auf einen der zahlreichen Berge. Dort bot sich uns ein geiler

Blick auf  Cannes, das Mittelmeer und den strahlend blauen Himmel. Mitte November bei rund 25 °C Rad zu fahren macht schon Spaß, dachten wir uns. Als wir dann

aber die ersten Meter auf dem Trail, auf  dem auch schon Enduro-Rennen stattfanden, unterwegs waren, änderte sich unsere Meinung: Das hier war der Hammer!!!

Enge Kurven, High-Speed-Passagen und jede Menge Felsen - genau das richtige Terrain, um das neue „Whiplash" zu testen, das im Vergleich zu den damaligen

Modellen etwas abfahrtsorientierter konzipiert wurde. Ein 150 Millimeter breiter Hinterbau und ein 83 Millimeter breites Tretlager weisen daraufhin, wie das Bike

aufgebaut und bewegt werden will. Es soll jedenfalls ordentlich krachen! Egal ob man hier die Wendigkeit, die Laufruhe, das Sprungverhalten oder die Agilität

am Berg testen wollte, in  diesem Trail war alles vereint. Also ab dafür! In unseren Köpfen wummerte noch immer der Fahreindruck von vor ein paar Jahren. Das

„Whiplash" war schon damals mit seinem Float-Link-Hinterbau extrem schluckfreudig und dabei dennoch agil. Dieses Gefühl hatten wir auch nach den ersten Metern

auf dem Trail wieder. Das Bike schluckte unbeeindruckt alle Unebenheiten weg, lag satt auf der Strecke und ließ sich dennoch sehr schnell beschleunigen. Eben diese

Kombination macht das Bike so allround-fähig. Egal ob wir mit Vollgas einen rumpeligen Felsen-Trail oder technische Passagen mit engen Kurven und kleinen

Gegenanstiegen gefahren sind, das Bike ließ sich keineswegs aus der Ruhe bringen. Als zusätzlicher Bonus ist sicherlich zu nennen, dass man mit dem „Whiplash"

problemlos auch bergauf  fahren kann, was zum einen natürlich auf die Zweifach-Kurbel zurückzuführen ist, zum anderen aber auch auf die eher etwas altmodisch

angehauchte Geometrie mit 74,5° Sitz- und 65,8" Lenkwinkel. Klar, eine Alpenüberquerung wäre sicherlich etwas anstrengend, aber kleine Anstiege auf einer Tour

oder auf dem Weg zur nächsten Freeride- oder Downhill-Strecke sind kein Problem. Unser Test-Bike war mit einer Rock-Shox-„Reverb"-Teleskopsattelstütze

ausgestattet, was diesen Aspekt natürlich positiv verstärkte. Der Hinterbau wippt im Wiegetritt kaum und auch im Sitzen lassen sich Anstiege mühelos hinaufklettern.

Wir könnten uns das „Whiplash" als tourentaugliches Freeride-Bike vorstellen, wobei seine Qualitäten generell dann doch eher beim Freeriden zum Vorschein

kommen. Ob im Bikepark oder auf dem lokalen Home-Trail, ihr könnt es definitiv richtig krachen lassen! Obwohl der Rahmen dafür ausgelegt ist, dass eine Doppel-

brückengabel  verbaut werden kann, ändert es nichts daran, dass der Lenkwinkel von 65,8° für den ambittonierten Downhill-Einsatz etwas steil geraten ist. Kleine

Wermutstropfen sind allerdings das Gewicht und der Preis. Für den 3.640 Gramm schweren Rahmen ohne Dämpfer müsst ihr mit Rock-Shox-„Vivid R2C"-

Dämpfer (Test-Bike) 2.449 Euro berappen. Das Gewicht, so verriet uns Firmenchef  Gabriel Lorenz, zeugt davon, dass Fusion keinesfalls wieder Probleme mit

gebrochenen Kettenstreben  haben möchte, hier will man offenbar auf Nummer Sicher gehen. Laut Lorenz wird jedenfalls keines der Bikes mehr brechen. Hier

sehen wir für die Zukunft auf  jeden Fall noch Potential, denn das ein oder andere Gramm können die Fusion-Ingenieure sicher auch ohne Stabilitätsverluste noch

wegrationalisieren.

 

FAZIT
Fusion is back - und das mit ordentlich Dampf! Das „Whiplash" funktioniert nach wie vor hervorragend und schlägt die Brücke zwischen Freerider, lockerem

Downhiller und Touren-Bike, wobei die generelle Ausrichtung klar ist: Das Bike will abwärts bewegt werden! Wer das nötige Kleingeld übrig hat und von einem

top funktionierenden Bike nicht unbedingt erwartet, dass es federleicht ist, der kann hier guten Gewissens zuschlagen.